Geiselthriller mit vorhersehbarer Wendung


Amokspiel – Als Taschenbuch erschienen bei Knaur

Dieses schon 2006 aufgelegte Fitzek-Buch ist etwas anders als vom Autor gewohnt. Zwar sind hier gleich zwei Psychologen in den Hauptrollen, ein Psychothriller ist dies aber ausnahmsweise nicht.

Vielmehr handet es sich hier um ein Geiseldrama. In einer Radiostation hält der Ex-Psychologe Jan May sechs Menschen fest. Seine Forderung: Er möchte seine vor einigen Monaten für tot erklärte Verlobte Leonie wiedersehen. Er geht fest von einer Verschörung größeren Ausmaßes aus und droht damit, eine Geisel nach der anderen im Zuge des Spiels "Cash Call" umzubringen, sollte man seine Liebste nicht zu ihm bringen. Dazu ruft er willkürlich Berliner Telefonnummern an und nur wenn am anderen Ende die richtige Parole genannt wird, kommt ein Mensch frei. Anderenfalls muss einer dran glauben. Als Verhandlungsführerin wünscht Jan sich die abgebrannte Ira herbei. Nach dem Selbstmord ihrer Tochter Sara ist sie selbst stark suizidgefährdet und dem Alkohol verfallen. Es entspannnt sich eine komplexe Geschichte um das Verschwinden Leonies, die Beweggründe des Entführers und einen Mafia-Boss, der offenbar starkes Interesse daran hat, das Leonie nicht wieder auftaucht.

Die Story ist geschickt aufgebaut. In der ersten Hälfte gibt es aber ein paar Durchhänger, manchmal weiß man auch nicht so genau warum der eine oder ander gerade da herumläuft wo er es tut. Hin und wieder kam mir der Gedanke dass das Medium Film die bessere Wahl für die Geschichte gewesen wäre. Dann kommt die Handlung in Fahrt. Etwas früh wird dann der Grund für Leonies Abtauchen genannt. Und wer der von der Mafia gekaufte Maulwurf in der Polizeieinheit ist, das kann man sich anhand klassischer Filmlogik schon denken, selbst wennn Fitzek geschickt falsche Fährten legt. Ein gelungener Thriller mit guter Idee und versöhnlichem Ende, aber auch mit kleineren Schwächen.

Diese Kritik wurde verfasst am 16.09.2014 08:32

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