Kurzweilig umgesetzter Noah Gordon-Roman


Der Medicus – Tom Payne, Emma Rigby, Stellan Skarsgård – als DVD erschienen bei Universal Pictures Germany GmbH

Den "Medicus" habe ich in jungen Jahren vor rund zwei Jahrzehnten gelesen. Sehr viel von der Geschichte ist da nicht mehr hängen geblieben. Aber ich konnte mich noch erinnern mich durch viele langatmige Passagen des knapp 1000-seitigen Romans durchgequält zu haben. Insgesamt hätte das Gordon-Werk damals wohl keine gute Kritik von mir erhalten.

Wie viel kurzweiliger ist die Verfilmung dagegen geraten. Der kleine englische Junge Rob Cole, der seine Mutter im finsteren Mittelalter an der "Seitenkrankheit" (Blinddarmentzündung) sterben sehen muss, schließt sich einem "Bader" an. Von diesem fahrenden Quacksalber lernt er den kümmerlichen europäischen Stand der Medizin in seiner Zeit. Als er durch wesentlich besser geschulte Juden vom großen Medicus Ibn Sina erfährt, der im persischen Isfahan lehrt, entschließt sich der zum jungen Mann gereifte Rob, bei ihm zu studieren. Im Orient angekommen und als Student Ibn Sinas angenommen bekämpft Rob nicht nur erfolgreich Pest und die Seitenkrankheit, sondern erlebt auch die rauen Sitten der ansässigen Araber und Juden.

Das was mich bei der Lektüre so entnervt hat, nämlich die wie Kaugummi gezogenen Reiseetappen, ist hier angenehm gestrafft. Dem Drehbuchschreiber ist es gelungen, die Dramaturgie auf das Wesentliche einzudampfen. Wie immer werden Liebhaber der Literaturvorlage gerade die extremen Kürzungen bemängeln. Aber nur so ist der Medicus beste Abendunterhaltung und passt in das Medium Film. Dass man sich große Schlachtenspektakel leider gespart hat und der Hauptdarsteller ab und an etwas hölzern rüberkommt stört den guten Gesamteindruck kaum.

Diese Kritik wurde verfasst am 25.09.2014 08:29

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