Vom lebensfernen Einsiedler zum Familienvater


Familie zu vermieten – Benoît Poelvoorde, Virginie Efira, François Morel – als DVD erschienen bei STUDIOCANAL

Der alternde Single Paul-Andre hat seine Schäfchen als ehemaliger Software-Entwickler längst im Trockenen. In seinem sterilen Luxusanwesen lebt er zurückgezogen, und sein Butler ist eigentlich sein einziger sozialer Kontakt. Eines Tages sieht er die hübsche Violette im Fernsehen, eine lebenslustige junge Mutter, die aus Geldnot gestohlen und danach einen Wachmann K.O. geschlagen hat. Da sich der Junggeselle allein fühlt, möchte er in Violettes Heim für drei Monate mit einziehen, um das Familienleben zu erproben. Im Gegenzug kommt er für ihre Schulden auf und zahlt ihr ein Jahresgehalt.

Der kauzige Kerl mir Vorliebe für Wissenschaft und Ordnung braucht nicht lange um zu bemerken, dass Familie vor allem Chaos bedeutet und bricht das Experiment zunächst ab - um es dann als selbst ernanntes Familienoberhaupt erneut mit der Rasselbande aufzunehmen.

Ich fand, dass der Film sehr gut aufzeigt wie Famile nicht selten funktioniert. Wer selbst Kinder hat, sieht sich teilweise in der Rolle Violettes, teilweise in der Paul-Andres, wenn man zurückdenkt wie das Leben vor den Kids war. Dass die Familie bei allem Ärger und allen Empfindlichkeiten dennoch Geborgenheit gibt, die sogar den emotional verkümmerten Paul-Andre erreicht, ist wohl das Statement von "Familie zu vermieten". Schöner Film mit einem nicht ganz so schönen, aber extrem wandlungsfähigen Hauptdarsteller.

Diese Kritik wurde verfasst am 25.07.2017 21:51

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