Im Kopf einer Demenzkranken


Ich darf nicht vergessen: Psychothriller – Als Taschenbuch erschienen bei Goldmann Verlag

Was geht im Kopf einer Demenzkranken vor? Dieses Buch erzählt ausschließlich aus der Sicht der Alzheimer-Patientin Jennifer White. Früher war sie eine auf Hände spezialisierte Chirurgin. Als ihre Nachbarin und gute Bekannte Amanda tot und mit abgetrennten Fingern aufgefunden wird, gerät sie in Verdacht. Aber sie kann sich natürlich an nichts erinnern, und in ihrem Zustand ist ihr die Tat eigentlich auch nicht zuzutrauen. Auf den rund 300 Seiten ist es dann an dem Leser, das Beziehungsgeflecht zwischen Jennifer, ihren erwachsenen Kindern Fiona und Mark, dem Nachbarehepaar und ihrem eigenen, vor nicht allzulanger Zeit dahingeschiedenen Mann James, dessen Tod sie ebenso wie die Gesichter ihrer Liebsten, immer wieder vergisst, zu entwirren.

Das Gelesene ist schon interessant, und man fragt sich natürlich was hinter dem Verbrechen steckt. Die Motive hinter der am Ende erklärten Tat sind irgendwo im ersten Drittel des Buches zu finden, und die hatte ich da schon beinahe wieder vergessen, was die Auflösung für mich ziemlich mau wirken ließ. Als Versuch in eine demente Psyche vorzudringen, ist die Lektüre sicher gelungen. Auch wenn das in Wahrheit mit Worten wohl nicht möglich ist, denn genau die fehlen den derart Erkrankten ja. Fazit: Sehr gute Idee, gute Umsetzung, aber wenig Thrill. Vor allem ist dies beileibe kein Psychothriller. Wer eine spannungsgeladene Geschichte wie bei "Ich darf nicht schlafen" erwartet, wird enttäuscht sein.

Diese Kritik wurde verfasst am 10.04.2016 11:45

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