Absolut verschenktes Potential


The Purge - Die Säuberung – Ethan Hawke, Lena Headey, Max Burkholder – als DVD erschienen bei Universal Pictures Germany GmbH

Der Film "The Purge" handelt von einem in naher Zukunft in den USA eingeführten Purge Day. Einem Tag im Jahr, in dem weder Polizei noch Krankenhäuser aktiv werden dürfen, und jegliches Verbrechen erlaubt ist. Die Idee ist natürlich ein extrem unwahrscheinliches, aber soziologisch doch sicher sehr interessantes Gedankenexperiment.

Und wozu nutzen die Filmemacher diese Grundidee nun? Zu nichts anderem als einem weiteren von schon hundert mal gedrehten "Horror im Haus"-Streifen. Ich hätte gedacht man würde den Straßenkämpfen folgen. Verschiedene, wechselnde Bündnisse zwischen völlig unterschiedlichen Menschen hätten enormes Potential gehabt.

Stattdessen handelt der Film von James, einem schmierigen Verkäufer häuslicher Sicherheitssysteme, der von dem Crime-Day natürlich besonders profitiert. Mit seiner Frau Mary und seinen beiden Kindern muss er bald feststellen, dass seine Anlagen nicht den Hauch von Schutz bieten. Der Sohnemann (offenbar gezeugt von einem mexikanischen Hausangestellten, denn beiden Elternteilen ähnelt er nicht im Entferntesten), lässt nämlich einen Schwarzen ins Haus, der auf der Flucht vor durchgeknallten Purge Day-Fanatikern ist. Die klopfen an die Tür und haben sich ein paar sinnlose Verhandlungsrunden später Zugang zum trauten Heim verschafft. Und das unwirkliche Schlachtfest beginnt.

Wenn der Film aussagen soll, dass der Mensch des Menschen Feind ist, dann ist das gelungen. Allerdings auf die platteste Art, die man sich nur vorstellen kann. Gut, dass das Konzept in einer Welt voller Müsliesser unglaubhaft ist, weiß man bevor man den Film einschaltet. Aber dass sich dann noch alle so unglaublich leichtsinnig und dusselig verhalten und die fiesen Eindringlinge sich anscheindend auch gerne umnieten lassen, das macht das Ganze endgültig zur Farce. Die zwei Sternchen gibt es für ein bisschen Spannung und, angesichts des hohlen Plots, ganz gut gespielter männlicher Hauptcharaktere. Die überzogen agierende Botox-Mom Mary (Lena Headey) weiß dagegen nicht zu überzeugen. Warum muss gerade die das Massaker am Ende überleben? Ein weiteres Ärgernis in einem sowieso schon ärgerlichen Filmerlebnis.

Diese Kritik wurde verfasst am 05.08.2015 12:09

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