Endgeiles Jugendbuch


Tschick – Als Taschenbuch erschienen bei Rowohlt Taschenbuch

Autor Herrndorf ist mit "tschick" ist ein sehr authentisch geschriebenes Buch aus der Sicht eines Achtklässlers gelungen. Zumindest, soweit ich das noch beurteilen kann.

Zur Handlung: Der pubertierende Maik wird in den Sommerferien von beiden Eltern allein zu Hause gelassen. Die Mutter ist in der Entzugsklinik, der Vater macht eine "Geschäftsreise" mit seiner blutjungen Assistentin. Maik freundet sich mit "Tschick" an, dem neuen, russischstämmigen Mitschüler. Zusammen erleben sie im geklauten Lada allerhand Abenteuer, bis ein Zusammenstoß mit einem gekippten LKW die Reise jäh, aber zum Glück ohne tötliche Folgen, stoppt.

Der Autor versteht es in fantastischer Weise, sich in die Lage des Ich-Erzählers hineinzuversetzen, der die alterstypischen Ängste und Sehnsüchte hat. Die Jugendsprache ist einfach cool integriert, das sorgt immer wieder für Schmunzeln. Dass Maiks Familie so kaputt ist, fand ich aber ein bisschen dick aufgetragen. Am Ende schlägt der Vater Maik wegen seiner Eskapaden sogar, das ist ein bisschen viel Klischee. Daher einen Stern Abzug.

Dass dieses Werk zu einem herausragenden Klassiker wird, wie es einige Kritiker (die langweiligerweise auf den ersten Seiten der Taschenbuch-Edition zitiert werden) glauben, denke ich eher nicht. Dies aber nur deshalb, weil es auch so viele andere gute Bücher über Jugendliche gibt. Absolut lesenswert ist der Roman natürlich trotzdem. Und man kann nur hoffen, dass er nicht zum Standardwerk in deutschen Schulen wird, wo Lehrer ihn zu Tode analysieren würden, bis das letzte bisschen Zauber aus diesem wunderbaren Werk verflogen wäre.

Diese Kritik wurde verfasst am 25.04.2013 09:29

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